Kurdistan

Vor einigen Wochen entführten in Kurdistan PKK-Kämpfer drei deutsche Bergsteiger, die einige später wieder frei gelassen wurden. Wenn Entführungen auch kaum ein angemessenes Mittel sind, um auf politische Forderungen sind aufmerksam zu machen, war die PKK erfolgreich – die Lage der Kurden in der Türkei und in Europa wurde wieder thematisiert. Kurz zuvor wurde das deutsche Büro des kurdischen Senders ROJ von den Behörden geschlossen. Kurden, die sich in Deutschland für den Freiheitskampf  engagieren, werden zu PKK-Mitgliedern erklärt und kriminalisiert.

Nun ist die PKK alles andere als eine basisdemokratische Bewegung, sondern eine autoritär geführte, bewaffnete Organisation mit stalinistischen und maoistischen Einflüssen. Dennoch ist die PKK der wichtigste Teil des kurdischen Freiheitskampfes in der Türkei und im Iran. Gerade in der Türkei werden die Türken weiterhin unterdrückt, ihre Dörfer zerstört, Zeitungen verboten. Wer für die kurdische Sache auftritt wird verhaftet und gefoltert. Die Bundesregierung unterstützt die Unterdrückung der Kurden mit Geld und Waffen. Kurdische Vereine in Deutschland werden kriminalisiert. Der kurdischen Befreiungsbewegung wird Terrorismus, Drogen- und Menschenhandel unterstellt. Beweise gibt es nicht. Beweise gibt es, dass türkisch-nationalistische Gruppen in solche kriminellen Machenschaften verstrickt sind, doch deren Vertreter werden von Schäuble hofiert und zu Islamkonferenzen geladen. Auch die Kurden brauchen in Deutschland die Möglichkeit, sich politisch frei zu engagieren, dann brauchen sie auch die PKK nicht mehr.